Kiel – eine sehenswerte Stadt an der Ostsee

Kiel ist die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein und bereits aus diesem Grund eine Reise wert. In Kiel leben etwa 240.000 Menschen, jedes Jahr kommen zudem Tausende von Touristen hinzu.

Große Bedeutung

Kiel hat insbesondere für den Norden Deutschlands und für die skandinavischen Länder eine große Bedeutung. Vom Kieler Hafen aus stechen jährlich rund 2 Millionen Passagiere in See, die in Göteborg (Schweden), Oslo (Finnland) oder Klaipéda (Memel) wieder von Bord gehen. Damit besitzt Kiel den drittgrößten Passagierhafen Deutschlands. Die Frachtschifffahrt dagegen spielt in Kiel eher eine untergeordnete Rolle. Einmal in der Woche sticht eine Frachtfähre nach Sankt Petersburg in See. Die Seefahrt prägte die Entwicklung der Stadt Kiel in der Vergangenheit sehr entscheidend mit. Gegründet wurde Kiel zwischen 1233 und 1242. 1283 erfolgte der Eintritt Kiels in die Hanse. In dieser konnte sich Kiel aufgrund des Einflusses der verschiedenen Landesherren nicht durchsetzen. Kiel war keine freie Stadt wie es Lübeck oder Flensburg waren und so hielten sich gemeinsame Aktivitäten und die Nutzung der Handelsprivilegien in Grenzen. 1518 führte diese eingeschränkte Handlungsweise zum Ausschluss aus der Hanse.

Wirtschaft

Wirtschaftlich gesehen hatte die Hanse keinen großen Einfluss auf Kiel. Vielmehr war es der Kieler Umschlag, der die Stadt florieren ließ. Diese Veranstaltung fand einmal im Jahr für eine Woche statt und diente der Abwicklung von Geldgeschäften, bei denen Interessenten aus dem ganzen Land zusammentrafen. Im ausklingenden 18. Jahrhundert wurde Kiel Teil des dänischen Herrschaftsgebietes, zwischenzeitlich regierten die Schweden, hernach wieder die Dänen und im Jahre 1815 wurde Kiel Mitglied im Deutschen Bunde und gehörte somit Deutschland an. Die Entwicklung Kiels zur Großstadt vollzog sich ab 1865, als der preußische König anordnete, dass die Ostsee-Marinestation nach Kiel verlegt wird. In den beiden Weltkriegen war Kiel einer der bedeutendsten Kriegshäfen der Deutschen. Das führte dazu, dass Kiel ein bevorzugtes Ziel bei Luftangriffen der Alliierten war. Über 80 Prozent der Stadt wurden damals zerstört. Seit dem Jahre 1946 ist Kiel Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein. Der Aufbau erfolgte nach genauen Plänen. Recht bald konnte Kiel wieder den Status eines politischen, wirtschaftlichen und geistigen Zentrums genießen.

Multikulturell

Kiel ist eine multikulturelle Stadt. Das Stadtbild ist zudem maritim geprägt. Kiel hat eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, leider wurden durch die Luftangriffe im zweiten Weltkrieg aber auch sehr viele zerstört. So trifft man eher auf Bauwerke der neueren Zeit, die aber durchaus ihren Reiz haben. Der Kieler Hafen dürfte unbestritten die größte Sehenswürdigkeit sein, die die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins zu bieten hat. Er ist zudem Austragungsort zahlreicher Veranstaltungen. Eine historische Veranstaltung, die jedes Jahr mehrere zehntausend Menschen begeistert, ist die Kieler Woche. Ein Spektakel rund um die Seefahrt, das 1882 das erste Mal stattfand. Weiter sehenswert im Kieler Hafen sind der Schwedenkai, der Oslokai und der Ostseekai, von denen täglich die großen Fähren ablegen. Das olympische Dorf Kiel-Schilksee, die Schleusenanlage des Nord-Ostsee-Kanals in Kiel-Holtenau, das Schifffahrtmuseum am Sartorikai und der Alte Botanische Garten sind weitere Sehenswürdigkeiten, die man bei einem Besuch in Kiel auf seiner Liste haben sollte. Und natürlich muss man unbedingt einmal die Kieler Sprotten probieren, einen kleinen, geräucherten Fisch, den man mit Kopf und Gräten essen kann.

Foto: Lothar LORENZ – Fotolia.com

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