Flensburg – die Stadt im hohen Norden Deutschlands
Flensburg ist die nördlichste Stadt Deutschlands und zudem kreisfrei. Sie ist die größte Stadt des schleswigschen Landesteils und die drittgrößte Stadt in Schleswig-Holstein. Flensburg liegt direkt an der Grenze zu Dänemark, was in der Geschichte der Stadt nicht immer eine günstige Lage war.
Anfänge
Die Anfänge Flensburgs gehen in das 12. Jahrhundert zurück. An der Flensburger Förde entstanden die ersten Siedlungen und Kirchen. Die älteste Siedlung war ein Teil der Husbyharde in Angeln und wurde von den Dänen gegründet. Von Flensburg aus wurde reger Handel betrieben und sich der Fischerei gewidmet. Der Standort Flensburgs ist kein Zufall. Das Gebiet bot eine Reihe von Vorteilen, die die Menschen für sich nutzen wollten. Die Flensburger Förde erlaubte einen sicheren Hafen, der Schutz vor heftigen Winden bot, zudem gab es reiche Vorkommen an Heringen und es führten zwei bedeutende Handelsstraßen durch diese Region. Das war zum einen der Ochsenweg, der wichtig für den Viehhandel war, und der Angelbowege, eine Handelsstraße zwischen Angeln und Nordfriesland.
Schwere Zeiten
Das Leben der Einwohner Flensburgs war hart. Regelmäßig traten die Pest, Pocken und die Rote Ruhr auf und rafften zahlreiche Menschen dahin. Weiterhin gab es Leprakranke und auch die Syphilis wurde um 1500 eingeschleppt. Die hygienischen Zustände innerhalb der Stadt waren katastrophal. Hinzu kam ein Großbrand im Jahre 1485 und mehrere Sturmfluten. Nachdem die Hanse im 16. Jahrhundert ihren Niedergang erfahren hatte, stieg Flensburg zu einer bedeutenden Handelsstadt im skandinavischen Raum auf. Flensburg war Schauplatz vieler blutiger Schlachten, die immer wieder die Stadt in ihrer Entwicklung zurückwarfen. Die ständigen Änderungen der Machtverhältnisse wirkten sich mal positiv, mal negativ aus. Vom Zweiten Weltkrieg blieb Flensburg weitestgehend verschont, obwohl Flensburg Stützpunkt der Marine war und die Heeresgarnison beherbergte. Es waren nur wenige Bombeneinschläge während des Krieges zu verzeichnen.
Verhältnis zu den Dänen
In Flensburg besteht nach wie vor ein enges Verhältnis zu den Dänen. Es ist nichts Ungewöhnliches, dass Flensburger in Dänemark arbeiten. Umgedreht verlegten große dänische Unternehmen wie beispielsweise Danfoss ihren Hauptsitz nach Flensburg, um steuerliche Vorteile zu genießen. In Flensburg sind viele Sehenswürdigkeiten aus vergangenen Jahrhunderten erhalten geblieben. Die historische Altstadt Flensburgs hat zahlreiche Bauwerke zu bieten. Interessant ist die Tatsache, dass auch in Flensburg im Zuge der Stadtmodernisierung viele Bauwerke abgerissen werden sollten, aber aufgrund von Geldmangel nicht abgerissen wurden. Das ist ebenfalls ein Grund dafür, dass wir heute in Flensburg eine derart intakte Altstadt besichtigen können.
Sehenswürdigkeiten
Die älteste Kirche der Stadt ist die Johanniskirche, die im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Weitere Gotteshäuser sind die Marienkirche, die Nikolaikirche und die Heiliggeistkirche, welche ehemals das Hospiz zum Heiligen Geist war. Reste des Franziskanerklosters aus dem Jahre 1263 können ebenfalls besichtigt werden. Das Nordertor ist ein Wahrzeichen der Stadt. Daneben gibt es das Kompanietor – erbaut 1602 – und ein Hafentor. In der Altstadt sind ferner zahlreiche Plätze in ihrer Gesamtheit als Sehenswürdigkeit Flensburgs zu betrachten. Auf dem Südermarkt etwa findet man das älteste Haus der Stadt und der Nordermarkt ist Standort des Neptunbrunnens und dem Schrangen. Aus den Zeiten des Seehandels sind der Westindienspeicher und der Zuckerspeicher erhalten geblieben. Erholung findet man an den Stränden der Flensburger Förde, die zum Baden und Erholen einladen.
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